Herausforderungen des Alltags und psychische Gesundheit


Ziel dieser Blog-reihe soll es sein, sowohl den Betroffenen selbst, als auch deren Angehörigen, über die häufigsten Krankheitsbilder im Fachbereich Psychiatrie aufzuklären und Anleitungen zur Selbsthilfe zu vermitteln.

Hierbei geht es insbesondere darum einen Hilfebedarf zu erkennen, geeignete Hilfe einzufordern und einen Umgang mit betroffenen Familienmitgliedern zu entwickeln. Hierbei werden wir uns bemühen die, teils komplexen und komplizierten, Vorgänge einer derartigen Erkrankung auf verständliche Weise nahe zu bringen und bildlich begreiflich zu machen.

Als Grundlage hierfür dient unser fundiertes Fachwissen, welches wir in einer umgangssprachlichen Form präsentieren werden, und unsere Erfahrungen aus dem Alltag und der Zusammenarbeit mit betroffenen Menschen.

Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme von Ihnen, Reflexion unserer Arbeit, in Form von Kommentaren, sowie Anregungen zu Themen, welche Sie aktuell belasten.


Die Schweiz in statistischen Zahlen

Laut dem Statistischen Bundesamt litten im Jahr 2017 15% der Schweizer, sowohl körperlich, als auch seelisch, unter den Auswirkungen von mittleren bis starken psychischen Belastungen. Hierbei standen 3% der Männer und 5% der Frauen unter einem hohen psychischen Belastungsdruck. Daraufhin begaben sich im gleichen Jahr 6% der schweizer Bevölkerung in psychologische Behandlung und nahmen professionelle Hilfe für sich in Anspruch, Frauen doppelt so häufig wie Männer, wobei die Betreffenden in der Vielzahl mittleren Alters waren. Von allen behandelten Personen wiesen 29% Symptome einer Major Depression auf, bei welcher ein schwerer Verlauf prognostiziert wird. Im vorangegangenen Jahr 2016 wurden 14.580 Schweizerinnen und Schweizer aufgrund dieser Problematik durch die Behörden einer führsorglichen Unterbringung zugeführt. Somit sind 19,7% aller Psychiatrie-fälle von einer solchen Maßnahme betroffen, das sind 1,7 Fälle pro 1000 Einwohner. Diese Zahl ist alarmierend und zeigt deutlich den Hilfe-und Unterstützungsbedarf der Bevölkerung der Schweiz, wenn es um belastende Lebenssituationen und psychische Störungen geht, welche oftmals die Folge von andauerndem Stress und dem Fehlen der persönlichen Eigenfürsorge sind.


Psychische Gesundheit und Resilienz als Grundlage eines selbst bestimmten Lebens

Die Weltgesundheitsorganisation definiert die Psychische Gesundheit als einen Komplex, bei dem die Interaktion zwischen biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren, dynamisch verläuft. Die Psychische Gesundheit ist demnach nicht als ein gegebener Zustand zu sehen, viel mehr stellt diese einen vielschichtigen Prozess dar. Neben der persönlichen Veranlagung und dem individuellen Verhalten haben sozioökonomische, ökonomische und kulturelle Einflüsse eine große Bedeutung für die Psychische Gesundheit eines jeden Menschen.



Um sich psychisch gesund und mental stark zu fühlen ist es wichtig die täglichen Belastungen bewältigen zu können. Das erreicht ein Mensch, indem er seine intellektuellen und emotionalen Fähigkeiten definiert, weiterentwickelt, somit voll ausschöpft, und Grenzen zu ziehen vermag. Weiterhin bedeutend ist ein stabiles Selbstwertgefühl und eine gefestigte Identität, die es ermöglicht im unmittelbaren Umfeld akzeptiert und anerkannt zu werden und die persönliche Rolle auszuleben. In einem solchen optimalen Zustand empfinden sich Menschen als zuversichtlich und optimistisch, demnach als ausgeglichen, selbst-wirksam und in ihren Handlungen kontrolliert.

Nicht immer sind die Voraussetzungen gegeben, in dem sich Menschen als psychisch gesund und stabil erleben und von ihrem Umfeld erlebt werden. Die täglichen Herausforderungen, die das Leben stellt, sind variabel. Die Bewältigung dieser Belastungen steht im engen Zusammenhang mit den vorhandenen Ressourcen der betreffenden Person. Die Herausforderungen, etwa in Form von auftretenden Problem, sollten sich möglichst mit den, zur Verfügung stehenden, Ressourcen die Waage halten, damit die Psychische Gesundheit gewährleistet ist. Während akuter oder lang-anhaltenden Belastungen kann schnell eine Überforderung entstehen, und die psychische, wie auch die physische, Gesundheit ist gefährdet. Solche Situationen können beispielsweise durch das Eintreten des Todes eines nahen Menschen, oder aber durch existenzielle Probleme, wie anhaltende Armut, entstehen.

Diese besonders belastenden Situationen und Lebensumstände können nur mittels einer starken Psyche und einem positiven Selbstwert bewältigt werden. Hierfür stehen betroffenen Personen auch externe, also äußere Hilfen, wie beispielsweise der psycho-sozialen Spitex, der spitalexternen Hilfe und Pflege.

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